Ich zeige meiner Mama wie man Espresso zubereitet
Seit ich meine Karriere in der Kaffeebranche begonnen habe, habe ich immer davon geträumt, eine wunderschöne Kaffeemaschine zu Hause zu haben – und endlich ist dieser Tag gekommen! Aktuell steht eine Profitec Drive in meiner Küche, und jeder Gast, der mich besucht, fragt sofort nach ihr. Meine Mutter liebt Kaffee; sie besucht gerne verschiedene Cafés und probiert unterschiedliche Espressi. Also habe ich heute beschlossen, ihr nicht einfach nur einen Kaffee zuzubereiten, sondern ihr zu zeigen, wie sie ihren ersten Espresso selbst brüht. So kann sie lernen, was hinter der Bar passiert, und sich eine Tasse ganz nach ihrem eigenen Geschmack zubereiten. Kleiner Hinweis: Dies ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger – nicht für Barista-Wettbewerbe!
Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger
Die richtigen Bohnen wählen
Greif ruhig zu dem Kaffee, den du am liebsten magst! Ich liebe es, mit verschiedenen Natural- und Washed-Aufbereitungen sowie unterschiedlichen Herkünften zu experimentieren. Heute brühen wir einen mittelhell gerösteten Yirgacheffe aus Äthiopien, natürlich aufbereitet.
Achte bei der Wahl deiner Espressobohnen darauf, dass sie nicht länger als drei Monate zuvor geröstet wurden. Es gibt Ausnahmen, aber Frische ist entscheidend. Ebenso wichtig ist, dass die Bohnen ausreichend Zeit zum Entgasen hatten. Wenn du unsicher bist, wie lange ein Kaffee ruhen sollte, frage am besten den Röster oder Barista beim Kauf. Als Faustregel gelten 2–4 Wochen nach dem Röstdatum – je nach Kaffeesorte.
Die Bohnen mahlen
Der richtige Mahlgrad ist der Schlüssel zu einem gelungenen Espresso. Ich verwende die TWIST SD54 und schätze ihre einfache Handhabung. Du wiegst deine Bohnen im Dosing Cup ab, gibst sie in den Coffee Bellow und verschließt den Deckel – ganz ohne Kleckern.
Der ideale Mahlgrad hängt vom verwendeten Kaffee ab. Starte am besten mit deiner gewohnten Einstellung und passe sie bei Bedarf an. Ich habe Referenzpunkte für verschiedene Herkünfte auf meiner Mühle gespeichert. Wenn ich einen ähnlichen Kaffee verwende, beginne ich dort und justiere weiter. Für unseren äthiopischen Kaffee nutze ich heute Stufe 5 auf meiner TWIST SD54.
Ich ziele auf ein Verhältnis von 1:2 bei einer Extraktionszeit von etwa 25 Sekunden für 18 g Kaffee. Aufgrund der Retention der Mühle gebe ich immer 0,2 g mehr hinzu. Das genaue Abwiegen kann zeitaufwendig sein, deshalb portioniere ich meinen Kaffee gerne im Voraus in kleinen Röhrchen – das spart Zeit und macht es für meine Mutter einfacher. Der magnetische Dosing Cup sorgt für Stabilität, und ein paar kurze Impulse mit dem Coffee Bellow lösen verbliebene Kaffeereste.

Das Tampen
Nachdem der Kaffee gemahlen ist, wird er im Siebträger getampt. Nimm den Siebträger aus der Maschine und trockne ihn mit einem Tuch ab. Setze ihn auf den Dosing Cup und drehe beides gemeinsam um. Ein leichtes Klopfen hilft, das Kaffeemehl gleichmäßig zu verteilen.
Richtiges Tampen ist entscheidend für eine gleichmäßige Extraktion. Drücke mit dem Tamper gleichmäßig und mit festem Druck gerade nach unten. Es hat Jahre gedauert, bis ich das Tampen perfektioniert hatte – und selbst heute gibt es noch Tage, an denen es nicht ideal läuft. Das Praktische an der TWIST SD54 ist, dass sie mit einem Leveler geliefert wird, der ein ebenmäßiges Kaffeebett erleichtert. Achte darauf, gleichmäßigen Druck auszuüben, damit der Kaffeepuck möglichst flach wird.
Den Espresso brühen
Starte immer mit einem Flush! Dadurch werden eventuelle Kaffeereste aus der Brühgruppe entfernt und diese gleichzeitig vorgewärmt. Setze den Siebträger ein, stelle deine Waage darunter, platziere die Tasse, tariere sie und starte den Bezug. Die Wassertemperatur sollte zwischen 90 °C und 96 °C liegen. Sobald du 34 g erreicht hast, beende die Extraktion – am Ende solltest du bei etwa 36 g landen (Zielzeit: 23–28 Sekunden).
Fließt der Espresso zu langsam oder gar nicht, stelle den Mahlgrad gröber. Liegt die Extraktionszeit unter 21 Sekunden und der Espresso läuft zu schnell durch, mahle feiner. Probiere deinen Espresso immer zuerst, bevor du Anpassungen vornimmst. Schmeckt er zu sauer, mahle feiner; ist er zu bitter, mahle gröber. Ziel ist eine ausgewogene Balance. Lerne außerdem deine Mühle kennen: Teste, wie sich ein einzelner Klick auswirkt, und vergleiche ihn mit größeren Anpassungen.
Tipps für den Erfolg
Üben, üben, üben! Espressozubereitung ist eine Kunstform, und es braucht oft mehrere Versuche, bis alles perfekt passt. Lass dich nicht entmutigen, wenn der erste Shot nicht ideal ist – Kaffeezubereitung lebt von Versuch und Irrtum. Häufige Fehler sind alte Bohnen, ein zu grober Mahlgrad oder ungleichmäßiges Tampen.
Meiner Mutter das Espressobrühen beizubringen war mehr als nur eine Lektion – es war eine Gelegenheit, unsere gemeinsame Leidenschaft zu teilen. Kaffeemomente verbinden Menschen, und ich hoffe, diese Anleitung inspiriert dich, selbstbewusst in die Welt des Espressos einzutauchen. Genieße den Prozess, entdecke die Aromen und denke daran: Jede Tasse kann ein neues Abenteuer sein!
Über die Autorin
Charity Cheung ist zweifache französische Brewers Cup Champion (2022, 2024) und belegte beim World Brewers Cup 2024 den 5. Platz. Mit einem Masterabschluss in Public Policy begann sie ihre Kaffeereise 2020 mit der Eröffnung einer Rösterei und eines Cafés in Reims, Frankreich. Heute lebt sie in Hongkong, verfolgt neue Träume und bleibt dem Kaffee als lebenslanger Leidenschaft treu.
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